Dies ist ein Text übersetzt von der Spanish Mustang Registry Homepage USA:
Der echte Spanische Mustang ist ein direkter Nachfahre der Pferde, die mit den frühen Spaniern die Neue Welt besiedelten. Von vielen mit den wilden Mustangs, oder BLM Mustangs, verwechselt, gibt es zwischen den beiden deutliche Unterschiede in ihrer Erscheinung sowie in ihrer Abstammung.
Columbus, auf Befehl des Spanischen Königs, nahm die ersten Spanischen Pferde auf seiner zweiten Reise in die Neue Welt mit.
Danach hatte jedes Schiff, das auf Befehl des Königreichs zu der neuen Welt segelte, die besten Zuchttiere an Board: Spanische Rinder, Schafe, Pferde, usw. Zuchtbetriebe wurden erst in der Karibik und später in Mexico eingerichtet.
Der Zuchtbetrieb in Sonora, Mexico wurde von Padre Eusebio Kino, einem Jesuiten Priester, geleitet. Die Zuchttiere, Pferde inbegriffen, wurden bei jedem bekehrten Indianerstamm eingeführt und verbreiteten sich stets nach Norden mit Kino und seiner Mission. Die Apachen, die sich niemals bekehren ließen, überfielen und plünderten diese kleinen "Visitas" regelmäßig, und nahmen viele Tiere mit sich. Sie plünderten auch in Mexico - sogar soweit südlich wie Mexico City. Warum? - wohl gezüchtete und trainierte Spanische Pferde von den Mexikanischen Estancias. Den Apachen, und ihrem Handel mit nördlichen Indianerstämmen, ist zu verdanken, daß sich diese Pferde über den ganzen Westen verbreiteten. Über die Jahre sind viele der Pferde weggelaufen oder wurden gestohlen, und befanden sich schließlich in der Widniss, wo sie sich vermehrten und sich über den ganzen Westen Amerikas verbreiteten. Die Zahlen verliefen sich schließlich in die Hunderttausende von wilden Pferden, eng verwandt mit denen die die Indianer noch züchteten, sie waren ein und dasselbe Pferd.
Zur Zeit der Conquistadors waren die Spanischen Pferde weltweit als die besten und edelsten Rassen bekannt und man erkennt diese Charakteristiken noch heute in ihren wiederstandsfähigen, bildschönen, zähen Erben. Anfang 1900 vom Aussterben bedroht, kam ihre Rettung hauptsächlich durch Robert E. Brislawn von Oshoto, Wyoming, der 1957 die Spanish Mustang Registry, Zuchtverband, gründete.
Robert E. Brislawn wurde 1890 in der Palouse Country geboren und arbeitete schon als Junge allein auf Ranches, in den Minen und im Transport. Während seiner Zeit im Westen, waren seine bevorzugten Pferde immer Spanische Mustangs. Er hatte den größten Respekt für diese Spanischen Pferde, denn sie waren sehr genügsam und konnten sich fast von Luft ernähren wo andere Pferde verhungerten, und sie schienen nie zu ermüden. Er hat seine Pferde im Lager nie angebunden, denn wie er sagte, wären sie wie Hunde und würden ihm überall folgen. Er war sehr von ihrer Schnelligkeit und Beweglichkeit beeindruckt, vor allem aber ihrem Überlebensinstinct. Wie er so durch den Westen zog, wurde ihm bewußt, daß der echte Spanishe Mustang langsam, aber sicher ausgerotted wurde, und er begab sich auf die Suche nach Pferden mit reiner Spanischer Abstammung. Es war seine Absicht die wenigen die noch überlebten vorm Aussterben zu bewahren. Er begann sein Züchtungsprojekt 1925 . Zwei Vollbrüder, Buckshot (ein Grulla) und Ute (ein roter Falbe), seine ersten Gründungshengste, von einem Falben Hengst mit dem Namen Monty und aus einer Stute vom Ute Indianer Reservat. Monty, der 1927 gefangen wurde, floh 1944 wieder in die Wildniss, und nahm einige der Stuten mit sich. Er wurde nie wieder gefangen.
Jahrelang züchtete Bob Brislawn, mit der Hilfe seines Bruders Ferdie, seine paar Stuten, nichtsahnend, daß es Andere gab die seinen Traum, diese einzigartige und seltene Rasse zu bewahren, teilten. Die Nachricht verbreitete sich und in 1957 gründete eine Gruppe, unter der Führung von Bob Brislawn, the Spanish Mustang Registry, der erste und älteste Mustang Zuchtverband in der USA. Als Nicht-Für-Profit Organisation, wurde dieser Zuchtverband gegründet, um die letzen überlebenden der echten Spanischen Mustang Rasse zu bewahren und zu züchten. Zwanzig Tiere wurden anfänglich registriert. Mit heute über 3100 Registrierungen, ist Brislawns Ziel nun erreicht. Die Zukunft des Spanischen Mustangs ist gesichert und und die Rasse zeigt deutlich die Attribute die sie von den Spanischen Vorfahren geerbt haben, sowie Eigenschaften die sie sich durch Jahrhunderte natürlicher Auswahl, Evolution, angeeignet haben.
Der Spanische Mustang ist ein mittelgroßes Pferd, zwischen 1,32m und 1,50m Stkm, meistens um 1.42m mit proportionellem Gewicht. Sie haben eine glatte Muskulatur, einen kurzen Rücken, und ein wohl gerundetes Hinterteil mit tief angesetztem Schweif. Der Gesamteindruck ist der eines gut ausgeglichenen, gut gebauten Pferdes. Sie haben beträchtliche Gurttiefe und eine schräg angesetzte Schulter mit relativ hohem Widerrist. Sie haben den klassischen Spanischen Kopf, mit gerader, manchmal konkaver Stirn und konvexer Nase, welches sich von der normalen geraden Stirn und geraden Nase meister Rassen unterscheidet. Ohren sind klein bis mittlegroß und meist mit einer schönen Kurve elegant zueinander gebogen. Der Hals ist ziemlich gut aufgesetzt bei Stuten und Wallachen und heftig aufgesetzt bei älteren Hengsten. Sie haben eine schmale, aber tiefe Brust und die Vorderbeine sind deutlich A- förmig angesetzt. Ihre Hufe sind sehr stark gebaut mit dicken Wänden, und viele habe was man einen "Mule foot" nennt, der wegen seiner Konkaven Sole sehr selten Blutergüsse oder Druckstellen bekommt. Die Vorderröhren sind kurz und haben einen größeren Durchmesser als die vergleichbarer Rassen. Der Unterarm ist vergleichsweise lang. Raumgreifende, weiche Bewegungen zeichnen diese Rasse aus und viele Spaniche Mustangs haben extra Gangarten, sowie den Laufschritt, oder Single Foot. Auch den Paso, aber ohne die hohe Knieaktion. Sie sind bemerkenswert genügsame, harte Pferde und scheinen weniger zu Verletzungen der Hufe und Beine geneigt zu sein als andere Rassen. Sie haben eine sehr verschiedene Mentalität vom "domestizierten" Pferd. Sie sind keine "Knopfdruck" Pferde und dulden keine Gewalt. Sie formen jedoch ein starkes Bündniss mit ihren Besitzern, und werden dann sehr zuneiglich gegenüber dieser Person. Höchst intelligent, mit einem angeborenem Überlebenssinn, begeben sie sich selten in gefährliche oder zerstörerische Situationen. Sie haben viele der wichtigen Instinkte behalten die ihnen ermöglichten in der Wildniss zu überleben. Die Farben sind so vielreich, wie die ihrer Spanischen Urahnen, z.B: Grulla, Buckskin, Falben, Schecken, Sabino, Paints und Appaloosa, sowie auch die üblichen farben, Rappe, Schimmel, Fuchs und Braune.
Die Umwelt muß einen großen Einfluss auf die Entwicklung dieser Rasse in der Wildniss gehabt haben. Wobei nur die Pferde überlebten, die sich der jeweiligen Umgebung anpassen konnten. Obwohl die Spansischen Pferde nicht wild waren als sie in Amerika eintrafen, haben sie es dennoch geschafft sich den Lebensbedingungen hervorragend anzupassen und sich sogar zu vermehren. Das ist der Beweis für ihre Vielseitigkeit und Zähigkeit. Genetische Mängel, soweit es welche gab, wurden von der Natur beseitigt. Das Resultat: ein sehr zähes, robustes Pferd welches die Begabung hat in fast jeder Reitsportart teilzunehmen und gute Leistungen zu bringen. Die Ausdauer dieser Pferde ist legendär. Frank Hopkins, (Film Hidalgo) der brühmte Distanzreiter der Ende 1800 lebte und Spanische Mustangs ritt, sagte über diese Pferde: " Die Intelligenz eines Mustang ist in der gesamten Pferdewelt nicht zu Überbieten. Diese Tiere mußten sich über Generationen selbst versorgen. Sie mußten sich ihr eigenes Schicksal machen, oder sterben. Die Überlebenden waren Tiere von überlegener Intelligenz."
Tausende Spanische Mustangs wurden als "cow horses" benutzt und hunderte wurden von der US Kavallerie geritten. Sie wollten in den Indianerkriegen Feuer mit Feuer bekämpfen, da ihre Kavallerie Pferde sonst nicht mit den Indianerponies, Spanischen Mustangs, Schritt halten konnten über das, oft sehr schwierige Gelände im Amerikanischen Westen.
Der moderne Spanische Mustang hat keine der Eigenschaften seiner Vorfahren eingebüßt. Der Spanische Mustang von heute hat seine Ausdauer und Fähigkeit große Distanzen, ohne Stress, zu überwältigen, beibehalten. Emmet Brislawn, der Sohn von Bob, und Mitbegründer der Spanischen Mustang Registry, ritt seinen 16 jährigen Hengst, Yellow Fox SMR 3, im 1966 Bitterroot Ride. Der Hengst hatte die letzten Jahre zuvor mit seinen Stuten auf der Cayuse Ranch verbracht und war eigentlich schon im Ruhestand. Dieser Cheyenne gezüchtete Buckskin Hengst hat dann die Meisterschaft für Heavyweight, All Around Horse and Best Out of State Horse gewonnen und trug ein Gewicht von 90kg. Unglaublich? Eigentlich nicht, wenn man bedenkt, daß der Hengst früher dazu benutzt wurde wilde Pferde zu jagen. Man erzählt, daß als Yellow Fox ans Ziel kam, hat der alte Hengst seinen Kopf hoch getragen und immer noch nach den wilden Pferden gesucht!
In 1989 hat Kim Kingsley mit einem Enkel von Yellow Fox den begehrten Jim Jones Preis erhalten für seine Leistungen im AERC Distanzreiten. Er ist in einer Saison 2500 km geritten, was sich aus mehreren 80 km und 160 km Ritten ergeben hat. Chief Yellow Fox hat während der ganzen Saison um die 110 kg an Gewicht getragen. Chief Half Moon, auch ein Kingsley Hengst, war nationaler Zweiter mit 2000 km. In 2000 und 2001 hat Don Funk und sein Hengst Geronimoäs Warrior, von Brislawn Züchtung, den Jim Jones Preis gewonnen, und war Nationaler Distanzmeister der AERC mit über 3200km pro Saison in beiden Jahren. Aber andere Pferde haben auch bemerkenswerte Leistungen vollbracht. Martha Gresham, aus Auburn, Alabama, auf Cholla Bay, ist über 3 Jahre, jedes Jahr 1600km in AERC Veranstaltungen geritten. Anne Marie Pinter, aus Californien, hat mit ihrem Wallach Montana zwei mal den berühmten Tevis Ritt gemacht. Einmal als er 11 war, und das zweite Mal als er 19 war.
Steve Huffman aus Mississipi, mit seinem Brislawn gezüchteten Wallach, Dutch Pete, war sehr Erfolgreich im Distanzreiten, und spezilisierte sich auf 160km Ritte. Im 1990 Tallahala Marathon, 160km, war es ein Unentschieden zwischen Dutch Pete und Steve, und zwei Arabern mit einer Zeit von 13 st 45 m, sieben Stunden schneller als die nächsten Reiter, die auch Araber ritten. Obwohl gutes Training notwendig ist für längere Ritte, kann praktisch jeder Spanische Mustang der auf der offenen Prairie aufgewachsen ist, einen 40 km Ritt in 5 Stunden machen ohne dabei Stress zu zeigen. Huffman und Dutch Pete qualifizierten und ritten in den nationalen AERC Meisterschaften 1991, und bekamen den 7.Platz Er war am 1. Platz als er das 3. und letzte 160km Rennen began, und nur durch einen Unfall, in dem ein anderes Pferd Dutch Petes Schulter gerammt hat, musste er das Rennen aufgeben. Obwohl sie nur an zwei der drei Rennen teilnahmen, waren sie dennoch in den ersten Zehn plaziert!
Der Spanische Mustang ist ein Gebrauchspferd und sehr vielseitig talentiert. Im Moment nehmen sie an Team Penning, Dressur, Springen, Distanzreiten, Showing und Reiterspielen teil. Ein jüngeres SMR Mitglied hat in 2002 102 Rosetten gewonnen in Reiterspielen und offenen Wettbewerben. Mike Pittman von South Dakota macht sich einen Namen im Team Penning und auch im offenen Wettbewerb gegen andere Rassen.
Obwohl die Spanish Mustang Registry sehr darauf bedacht ist, ihre Pferde der Welt vorzustellen, ist jedoch die Erhaltung der Qualitäten, die das Überleben dieser Rasse über Jahrhunderte ermöglichte ihr primäres Ziel. Die Züchter und Besitzer Spanischer Mustangs können mit Stolz behaupten, daß die Erhaltung des Spanischen Mustangs ohne die Kompromittierung der Einzigartigkeit oder des geschichtlichen Wertes dieser Rasse geschehen ist. Die Aufgabe der Spanish Mustang Registry besteht darin die Reinheit und Abstammung dieser Rasse zu schützen. Mit einem Trend Pferde nach einem "Showstandard" zu züchten, ist diese einzigartige Rasse eine der wenigen, die ihre wahren Eigenschaften nicht an den Einfluß der Menschenhand verloren hat.